Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von L-Dopa bei Patienten mit hereditärer spastischer Spinalparalyse (HSP)


Antragsteller

PD Dr. Jan Kassubek - Oberarzt in der Neurologischen Universitätsklinik Ulm
Universität Ulm, Klinik und Poliklinik für Neurologie Oberer Eselsberg 45 89081 Ulm
email:
jan.kassubek@medizin.uni-ulm.de

Bislang ist eine Therapie der hereditären spastischen Spinalparalyse (HSP), welche Heilung oder auch ein Aufhalten der Erkrankung bewirkt, nicht bekannt. Lediglich ein symptomatischer Ansatz mit Physiotherapie und antispastischer Medikation (wie zum Beispiel Baclofen, Tizanidin, Dantrolen) kann eine Linderung der Symptome erwirken. Problematisch sind die oft intolerablen Nebenwirkungen dieser Medikamente. 

Aufgrund dessen und der Tatsache, dass in Therapiestudien mit dem Medikament L-Dopa bei anderen Erkrankungen mit dem Leitsymptom Spastik (z.B. bei spastischer Lähmung nach Geburtstrauma) eine positive Beeinflussung dieses Symptoms erzielt werden konnte, soll nun die aktuelle Studie durchgeführt werden. Ziel ist es, zu überprüfen, ob L-Dopa auch bei HSP das Symptom der Spastik verbessern kann und somit eine verbesserte Beweglichkeit und Lebensqualität gewährleisten kann.

 In die Studie sollen 30 Patienten, bei denen eine unkomplizierte HSP diagnostiziert worden ist, aufgenommen werden. Über den Studien-Zeitraum von insgesamt 60 Tagen erhält die eine Hälfte der Patienten 3 mal täglich das Medikament L-Dopa (Verum), die andere Hälfte erhält ein Placebo, um die Wirksamkeit von L-Dopa in einem direkten Vergleich überprüfen zu können. Die Zuteilung zu einer der beiden Gruppen erfolgt zufällig, wobei Arzt und Patient nicht wissen, welches Präparat der Patient erhält („doppelblind“)

Untersuchungen werden an den ersten zwei Tagen der Studie, am 21. und zwischen dem 58. und 60. Tag in der Neurologischen Klinik der Universität Ulm durchgeführt. Bei allen Terminen findet dabei eine ausführliche körperliche Untersuchung nach einem vorgegebenen Schema zur Feststellung des Ausmaßes der neurologischen Symptomatik statt. Zudem werden an den Terminen Lebensqualität, mögliche depressive Symptome und eventuell aufgetretene Nebenwirkungen ermittelt, um die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von L-Dopa unmittelbar zu erfassen.

Die Ulmer: Prof.Ludolph,Dr.Sperfeld,Dr.Kassubek